Menschen

Leistung, Beteiligung und Partizipation

Faire Vergütung und eine angemessene Beteiligung am Erfolg sind eine zentrale Grundlage für die Motivation und Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter, aber auch zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Wettbewerbsfähigkeit des Volkswagen Konzerns. Weitere Erfolgsfaktoren sind die Mitwirkung der Mitarbeiter und Mitbestimmung der Arbeitnehmervertreter. Im Dialog mit unseren Beschäftigten setzen wir Standards für gute Arbeit.

Faire Vergütung in der Sozialcharta verankert

Honorierung von Leistung, Beteiligung am Erfolg

Die systematische Förderung und Honorierung von Leistung sowie die Umstellung der Vergütungssysteme auf eine nachhaltige Beteiligung der Beschäftigten am erreichten Unternehmenserfolg sind ein Bestandteil unserer Personalstrategie. Seit 2010 gibt es in der Volkswagen AG durchgängige und einheitliche Kriterien für die Entwicklung von Kompetenz und die Bewertung von Leistung. Diese gelten für die gesamte Belegschaft – vom Auszubildenden bis zum Top-Manager. Die Kriterien sind durch konkrete Anreizsysteme in der Entgeltstruktur unterlegt und basieren auf einem dreistufigen Vergütungssystem:

  • Grundvergütung in Gestalt eines wettbewerbsfähigen monatlichen Entgelts,
  • leistungsorientierte Vergütungskomponente, die zusätzlich die Leistungen jedes Einzelnen honoriert,
  • tariflich vereinbarter Anspruch auf Erfolgsbeteiligung.

Dieses dreistufige Vergütungssystem wird zunehmend auch im gesamten Konzern umgesetzt. Mit Hilfe transparenter Kriterien fördern wir so die Leistung unserer Beschäftigten und ermöglichen ihnen eine angemessene Teilhabe am Unternehmenserfolg. Im Jahr 2014 haben Mitarbeiter an über 30 Konzernstandorten von einer Erfolgsbeteiligung profitiert, unter anderem an Volkswagen Standorten in Spanien, Polen, Russland, Mexiko und China.

Jährliches Mitarbeitergespräch

Mit der Einführung der leistungsorientierten Vergütungskomponente wurde zugleich vereinbart, dass jeder Mitarbeiter der Volkswagen AG, der Volkswagen Financial Services AG und der Volkswagen Immobilien Service GmbH einmal jährlich ein persönliches Mitarbeitergespräch mit seinem Vorgesetzten führt. Dieses besteht aus zwei Elementen: der Leistungsbewertung und der Entwicklungsplanung. Anerkennung und Wertschätzung für gute Arbeit spielen dabei ebenso eine Rolle wie individuelle Potenziale oder konkreter Weiterbildungsbedarf. Seit 2013 erhalten auch die in der Volkswagen AG eingesetzten Zeitarbeitnehmer ab dem zweiten Einsatzjahr die leistungsorientierte Vergütungskomponente – analog der entsprechenden Regelung im Rahmen des jährlichen Mitarbeitergesprächs für Volkswagen Mitarbeiter.
Mitarbeitergespräche, zum Teil in Verbindung mit einer leistungsorientierten Vergütungskomponente, etablieren sich zunehmend auch in den Marken und Gesellschaften des Volkswagen Konzerns: Unter anderem wurden sie 2013 für alle Tarifmitarbeiter der Volkswagen Group Rus in Kaluga (Russland) und 2014 bei Bentley Motors Ltd. in Crewe (Großbritannien) eingeführt.

Mit der Einführung der leistungsorientierten Vergütungskomponente wurde vereinbart, dass jeder Mitarbeiter der Volkswagen AG, der Volkswagen Financial Services AG und der Volkswagen Immobilien Service GmbH einmal jährlich ein persönliches Mitarbeitergespräch mit seinem Vorgesetzten führt.

Langzeitbonus für das Management

Für die Mitarbeiter im Management des Konzerns setzen sich die variablen Vergütungsbestandteile aus drei Komponenten zusammen:

  • dem persönlichen Leistungsbonus,
  • dem Unternehmensbonus und
  • dem 2010 eingeführten Langzeitbonus LTI (Long Term Incentive).

Der LTI ist mit einem Betrachtungszeitraum von vier Jahren diejenige Vergütungskomponente, die sich an der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens ausrichtet. Eine solche Komponente wurde 2009 mit dem Vorstandsvergütungsgesetz gefordert. Im Volkswagen Konzern gilt sie aber nicht nur für den Vorstand, sondern für das gesamte Management. Der LTI ist unmittelbar mit folgenden Zielfeldern der Konzernstrategie 2018 verknüpft: Top-Kundenzufriedenheit, Top-Arbeitgeber, Absatz und Rendite.

Tarifverhandlungen 2014

Flexibilisierung und Beschäftigungssicherung

Zur Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung trägt im Volkswagen Konzern ein breites Spektrum an Flexibilitätsinstrumenten bei. Auch im Jahr 2014 gelang es uns damit, rasch auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu reagieren. Weiterhin wurden rund 200 portugiesische Produktionsmitarbeiter von Volkswagen Autoeuropa bei der Volkswagen AG in Wolfsburg eingesetzt. Allen Mitarbeitern der Volkswagen AG ist aufgrund des „Tarifvertrags zur nachhaltigen Standort- und Beschäftigungssicherung“ eine sichere Beschäftigung garantiert.

Übernahme von Auszubildenden

In der Volkswagen AG wurde die Vereinbarung getroffen, dass die Übernahme der Ausgebildeten leistungsorientiert erfolgt. Das heißt: Erfüllen sie bestimmte Leistungsanforderungen, werden sie von der Volkswagen AG unbefristet übernommen. Wer die vereinbarten Anforderungen nicht erfüllt, erhält ein auf zwei Jahre befristetes Arbeitsverhältnis. Die Entscheidung über eine Aufnahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis erfolgt dann auf Basis von regelmäßigen Feedback-Gesprächen sowie anhand der Leistungseinschätzung aus dem tariflichen Mitarbeitergespräch.

Einstellung von lokalem Personal

Mitwirkung und Mitbestimmung

Im Volkswagen Konzern bestehen vielfältige Formen der Arbeitnehmervertretung. Überwiegend finden wir eine duale Arbeitnehmervertretung vor mit einer gewerkschaftlichen Vertretung und einem betrieblichen Vertretungsgremium. Die betrieblichen Vertretungsgremien werden dabei in der Regel von allen Beschäftigten am Standort gewählt und vertreten somit auch die Interessen aller Beschäftigten gegenüber dem Unternehmen. Die Gewerkschaften vertreten in erster Linie die Interessen ihrer Mitglieder. Dieses Prinzip der dualen Arbeitnehmervertretung hat sich im Volkswagen Konzern in der Praxis als erfolgreich erwiesen. Stehen wesentliche Veränderungen im Unternehmen an, werden die Arbeitnehmervertretungen frühzeitig in den Prozess einbezogen. Dieser Grundsatz ist schriftlich verankert in der weltweiten Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen der Volkswagen Konzernleitung und dem Europäischen sowie dem Welt-Konzernbetriebsrat.

Gewerkschaftliche Organisation

Charta der Arbeitsbeziehungen

Die seit 2009 konzernweit gültige Charta der Arbeitsbeziehungen präzisiert die Ausgestaltung des Partizipationsrechts und verknüpft erweiterte Mitspracherechte mit Mitverantwortung. Die Charta gilt international und sieht gestufte Unterrichtungs-, Konsultations- und Mitbestimmungsrechte für die Arbeitnehmervertretungen der im Welt-Konzernbetriebsrat vertretenen Marken und Gesellschaften vor. Die darin verankerten Beteiligungsrechte umfassen personelle und soziale Regelungen, Arbeitsorganisation, Vergütungssysteme, Information und Kommunikation, Aus- und Weiterbildung, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Prozesscontrolling sowie soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Der Welt-Konzernbetriebsrat und die Unternehmensführung informieren sich regelmäßig darüber, wie die Charta der Arbeitsbeziehungen in den einzelnen Konzerngesellschaften umgesetzt wird.

Lokale Umsetzung der Mitbestimmung

Seit Einführung der Charta der Arbeitsbeziehungen wurden an den internationalen Standorten zahlreiche Absichts- und Umsetzungserklärungen zwischen Management und Arbeitnehmervertretung geschlossen. 2014 kamen neue Standortverträge und Vereinbarungen bei ŠKODA India und Volkswagen Sarajevo zustande. An einigen Konzernstandorten, wie zum Beispiel am ŠKODA Standort in Kvasiny (Tschechien), wurden erste Betriebsversammlungen durchgeführt. Im Volkswagen Werk in Kaluga (Russland) wählte die Belegschaft Sozialpartner, die ihre Belange vertreten. An vielen Standorten, wie zum Beispiel bei Volkswagen Group Italia und MAN Steyr, ist die Arbeit der lokalen Arbeitnehmervertretungen bereits in Ausschüssen organisiert und konnte 2014 weiter intensiviert werden. Darüber hinaus fanden 2014 an zahlreichen Standorten Qualifizierungsworkshops zur Charta der Arbeitsbeziehungen statt: bei MAN Steyr, Volkswagen Navarra, Volkswagen Sarajevo und Volkswagen India Pune sowie bei den Vertriebs- und Finanzdienstleistungsgesellschaften Volkswagen Group Italia und Volkswagen Group Polska.

Entwicklung der Struktur der Arbeitnehmervertretung

Auf Ebene des Welt-Konzernbetriebsrats wurde 2014 die Vereinbarung zur Gründung eines Maschinenbauausschusses unterzeichnet, der sich aus Arbeitnehmervertretern der Volkswagen AG, MAN Diesel & Turbo SE sowie Renk AG zusammensetzt. 2012 war bereits der Ausschuss Nutzfahrzeuge mit Arbeitnehmervertretern der Marken Scania, MAN und Volkswagen Nutzfahrzeuge entstanden, 2008 der Ausschuss für Vertriebs- und Finanzdienstleistungsgesellschaften. Zur Verbesserung von Arbeitnehmersituation, Arbeitsbedingungen, Beteiligungsrechten und Beschäftigungssicherheit in den chinesischen Joint-Venture-Gesellschaften wurde 2008 ein Verbindungs- und Koordinationsausschuss eingerichtet, der sich regelmäßig zwei Mal pro Jahr trifft und sich über die Arbeitsbeziehungen im Konzern in China austauscht. Darüber hinaus diskutiert der Ausschuss auch viele Fachthemen, unter anderem die Charta der Arbeitsbeziehungen, Arbeitssicherheit und Ausbildung.

Charta der Zeitarbeit

Mit Unterzeichnung der Charta der Zeitarbeit im November 2012 verständigten sich Konzernleitung sowie der Europäische und der Welt-Konzernbetriebsrat auf zentrale Grundsätze für Zeitarbeit im Volkswagen Konzern. Wesentliche Regelungen betreffen:

  • den maßvollen Einsatz von Zeitarbeit als notwendiges Flexibilitätsinstrument,
  • die Umsetzung von Equal-Pay: Bezugsbasis ist das jeweilige Grundentgelt,
  • die Umsetzung von Equal-Treatment: Beschäftigungsbedingungen und fachliche Qualifizierungsangebote wie für die Stammbelegschaft.

Damit wird die Zeitarbeit für den Einzelnen zur individuellen Chance auf Übernahme in die Stammbelegschaft, wenn er die notwendigen Qualifikationen erworben hat und im Unternehmen Bedarf besteht.

Stimmungsbarometer 

Mit dem Stimmungsbarometer, unserer einheitlichen konzernweiten Mitarbeiterbefragung, erheben wir regelmäßig die Zufriedenheit der Beschäftigten. Im Anschluss an die Befragung besprechen Vorgesetzte und Mitarbeiter gemeinsam die Ergebnisse. Hierbei kommen Beschwerden und Probleme genauso zur Sprache wie Vorschläge zur Arbeitsgestaltung. Vorgesetzte und Mitarbeiter bearbeiten gemeinsam notwendige Maßnahmen, um Veränderungen einzuleiten und umzusetzen. Im Jahr 2014 wurde das Stimmungsbarometer zum siebten Mal durchgeführt. In die Befragung einbezogen waren 150 Standorte und Gesellschaften in 44 Ländern. Von über 490.000 Mitarbeitern der Marken und Gesellschaften, die das Stimmungsbarometer bereits umgesetzt haben, nahmen mehr als 440.000 teil. Das entspricht einer gegenüber 2013 gleichbleibend hohen Beteiligungsquote von 89 %. Erstmals beteiligten sich die Porsche Leipzig GmbH, Tochtergesellschaften der Porsche AG, Ducati Motor Holding spa, MAN Diesel & Turbo, MAN Lateinamerika, Volkswagen Automatic Transmission (Tianjin), Volkswagen R & Accessory China und ŠKODA Auto Deutschland.  28

Stimmungsindex – Neben der Beteiligungsquote stellt der Stimmungsindex eine wesentliche Kenngröße des Stimmungsbarometers dar. Er wird anhand von elf Fragen ermittelt. Der Stimmungsindex lag 2014 genau wie im Vorjahr bei 79 von 100.

Ideenmanagement

Mit ihrer Kreativität, ihrem Wissen und ihrer Initiative verbessern unsere Mitarbeiter im Rahmen des Ideenmanagements Prozesse und Produkte. Es ist ein wichtiges Führungs- und Motivationsinstrument und seit 65 Jahren fester Bestandteil der Verbesserungskultur bei Volkswagen. Darüber hinaus trägt das Ideenmanagement dazu bei, die Arbeit bei Volkswagen sicherer und gesundheitsverträglicher zu machen.

Ideenmanagement im Volkswagen Konzern*

Tabelle ansehen
  2014   2013  
Eingereichte Verbesserungsideen 463.042 532.053
Umgesetzte Verbesserungsideen 306.432 412.795
Einsparungen in Mio. € 324,4 312,5
Prämien in Mio. € 35,2 34,9

* 31 teilnehmende Produktionsstandorte. Stand 31.12.2014.

Der Volkswagen-Weg

Ein zentrales und erfolgreiches Instrument zur kontinuierlichen Verbesserung ist der „Volkswagen-Weg“. Im Mittelpunkt steht die stetige Weiterentwicklung der Prozesse in Bezug auf Produktivität, Qualität und Kundenzufriedenheit sowie Ergonomie, Führung und Zusammenarbeit. Der Fokus lag im Berichtsjahr auf der Optimierung bereichsübergreifender Arbeitsabläufe. Im Juli 2014 fand für den Geschäftsbereich Technische Entwicklung am Standort Wolfsburg das erste Symposium zum Volkswagen-Weg statt.

Betriebliche Leistungen

Wir wollen vielen Beschäftigten die Möglichkeit bieten, Fahrzeugmodelle zumindest einer Konzernmarke zu fahren, und verbessern die Angebote im Konzern kontinuierlich. Dabei sollen die Konditionen für die Beschäftigten attraktiv und für die Marken wirtschaftlich sein.
In den Konzerngesellschaften profitieren die Mitarbeiter außerdem von weiteren betrieblichen Leistungen. Dazu zählen je nach Standort unter anderem: Transport- und Verpflegungszuschüsse, kostengünstiger Wohnraum, monatliche Kinderbetreuungszuschüsse, Vergünstigungen für ausgewählte Freizeitaktivitäten. Weitergehende Leistungen in der Gesundheitsversorgung runden das Angebot ab. Seit 2014 können Beschäftigte der Volkswagen AG, der AUDI AG sowie von neun weiteren Gesellschaften des Volkswagen Konzerns in Deutschland mit einem sogenannten Job-Ticket vergünstigt mit der Bahn fahren. Die Volkswagen AG übernimmt außerdem Zuschüsse zu Leistungen von Sozialversicherungsträgern, zum Beispiel Krankengeld, und unterstützt im Todesfall eines Mitarbeiters dessen Angehörige. Zudem versichert das Unternehmen jeden Beschäftigten im Rahmen einer Kollektivunfallversicherung gegen Unfälle mit Todes- oder Invaliditätsfolge. In außergewöhnlichen wirtschaftlichen Notlagen gewährt die Volkswagen AG kurzfristige Darlehen.

Betriebliche Altersvorsorge

Mit einer betrieblichen Altersversorgung leisten die Volkswagen AG sowie ihre Marken- und Tochtergesellschaften in Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Absicherung des Einkommens im Alter. Die Direktzusage der Volkswagen AG besteht aus einer Grundversorgung und Beteiligungsrente I, die beide arbeitgeberfinanziert sind, sowie einer Beteiligungsrente II zur Eigenvorsorge durch Entgeltumwandlung aus dem Bruttoentgelt. Seit 2001 werden die Aufwendungen für die Direktzusage der Volkswagen AG über den Volkswagen Pension Trust e. V. am Kapitalmarkt angelegt. Ende 2014 nutzten 22 weitere deutsche Konzerngesellschaften diese Möglichkeit. Mit der Direktversicherung besteht eine zusätzliche Möglichkeit der Eigenvorsorge durch Entgeltumwandlung.

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