Menschen

Gesundheit und Fitness

Das ganzheitliche Gesundheitsmanagement des Volkswagen Konzerns geht weit über die klassische Gesundheitsvorsorge und Arbeitsschutz hinaus und umfasst auch Aspekte der Arbeitsorganisation, der Ergonomie, der Gesundheitsförderung, der Integration und Rehabilitation, der Führung und der Perspektive für jeden Einzelnen. Um konzernweit einheitliche Standards im Gesundheitswesen zu gewährleisten, besteht seit 2010 ein mehrstufiges Auditierungssystem.

Strategien zur Ergonomie

Die Verbesserung der Ergonomie in der Produktion hat für den Konzern unverändert eine hohe Priorität. Ziel ist es, die Mitarbeiter während des gesamten Arbeitslebens fit und gesund zu erhalten. In Abstimmung mit den Marken Volkswagen Pkw, Audi und Volkswagen Nutzfahrzeuge wurde ein Handbuch zur konzernweiten Standardisierung der Ergonomie im Produktentstehungsprozess (PEP) erarbeitet. Der markenübergreifende Einsatz ist ab 2015 geplant.
Mit Hilfe des Online-Systems „Massnahmen@web“ verbreitet ein interdisziplinäres Redaktionsteam Good-Practice-Beispiele im Konzern. Auf Ergonomietagen zeigten die Experten auch 2014 neben zahlreichen bereits umgesetzten Maßnahmen ergonomische Innovationen aus den Standorten. Die AUDI AG lud im Rahmen der Ergonomie-Strategie „Wir für uns. Aktiv in die Zukunft“ zur Ergonomie-Messe in das Werk Neckarsulm ein. Im Volkswagen Werk Wolfsburg wurde erstmals ein Ergonomietag mit bereichsspezifischen Lösungen in der Logistik durchgeführt. Neben der Ergonomie in der Produktion und Logistik wurden auch Programme zur Weiterentwicklung der Büroergonomie umgesetzt. Beispiele hierfür sind neue Beleuchtungskonzepte sowie der Lehrfilm zum Thema „Sitzen Sie richtig“.

Der Chairless Chair erleichtert viele Tätigkeiten in der Montage. Diese Hightech-Konstruktion aus Carbon ermöglicht den Audi-Mitarbeitern das Sitzen ganz ohne Stuhl. Zugleich sorgt sie für eine verbesserte Körperhaltung und reduziert die Beinbelastung.

Kostenlose Vorsorgeuntersuchung

Der an allen deutschen und auch internationalen Standorten etablierte „Checkup“ ist eine kostenlose und umfassende Vorsorgeuntersuchung für alle Mitarbeiter. Sie trägt dazu bei, die Gesundheit, Fitness und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern. Die hohe diagnostische Qualität wird von den Beschäftigten allgemein anerkannt.

Checkups im Volkswagen Konzern 2014

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Gesellschaft/Land   Anzahl Checkups 2014  
Volkswagen AG/Deutschland 16.879
Volkswagen do Brasil/Brasilien 8.385
Volkswagen de México S.A. de C.V./Mexiko 4.050
Volkswagen Poznan´ Sp. z o.o./Polen 1.103
Volkswagen Autoeuropa, Lda./Portugal 1.534
Volkswagen Navarra, S.A./Spanien 2.652
Volkswagen Slovakia, a.s./Slowakei 1.529
Volkswagen Group South Africa/Südafrika 1.570
Volkswagen Group of America Chattanooga Operations/USA 978
Volkswagen Argentina S.A./Argentinien 170
Shanghai Volkswagen Automotive/China 10.408*
AUDI AG/Deutschland 9.498
AUDI BRUSSELS SA/NV/Belgien 502
AUDI HUNGARIA MOTOR Kft./Ungarn 171
Porsche AG (Zuffenhausen, Weissach)/Deutschland 465
SEAT, S.A./Spanien 11.117
ŠKODA AUTO a.s./Tschechien 18.389

* Der Checkup wurde an die lokalen Gegebenheiten angepasst.

Präventionsangebote

2014 haben wir die Präventions- und Trainingsangebote, die sich dem Checkup anschließen, erweitert, qualitativ verbessert und systematisiert. Beispiele dafür sind die Einrichtung und Modernisierung von medizinischen Trainingscentern und Fitnesseinheiten, die Einführung von Rehabilitationsmaßnahmen und Gesundheitscoachings, Trainings zu Verhaltensergonomie und neue Fitness- und Wellnessprogramme. Mit dem Programm „Fit im Büro“ wurde ein verhaltensergonomisches Programm für Mitarbeiter im Angestelltenbereich entwickelt. Das Programm „Fit im Werk“ zielt auf die Reduzierung körperlicher Belastungen in den Fertigungsbereichen ab. Bei Volkswagen in Wolfsburg nahmen im Zeitraum Mai 2013 bis Juni 2014 ungefähr 15.700 Mitarbeiter an diesem Programm teil. Im Volkswagen Konzern wird das ganzheitliche Gesundheitsmanagement durch Verpflegungskonzepte sowie vielfältige Sport- und Freizeitangebote ergänzt – zum Beispiel die Kampagne zum Abnehmen und zur gesunden Ernährung bei Volkswagen in Südafrika oder den Firmenlauf bei MAN Truck & Bus in München.
Grundsätzlich sind alle Angebote des Volkswagen Gesundheitswesens der gesamten Belegschaft zugänglich. Bei bestimmten Tätigkeiten werden im Rahmen der jeweiligen rechtlichen Vorschriften Pflicht- und Angebotsvorsorgen veranlasst beziehungsweise angeboten. Im Jahr 2014 unterlagen in der Volkswagen AG 20.924 Mitarbeiter der Pflichtvorsorge.

Gesundheitsprogramme der Gesellschaften

Richtlinie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Der Volkswagen Konzern hat die grundlegenden Prinzipien und Handlungsverpflichtungen im Bereich Arbeitsschutz 2004 in einer Vereinbarung mit dem Welt-Konzernbetriebsrat dokumentiert.
Im Jahr 2014 wurde eine Konzernrichtlinie zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Volkswagen Konzern formuliert. Sie richtet sich an alle Marken und Gesellschaften und definiert grundlegende Ziele, Aufgaben und Standards für den Gesundheitsschutz und die Arbeitssicherheit. Parallel dazu wurde die bestehende Konzernleitlinie zum Gesundheitsschutz und zur Gesundheitsförderung , die eine Ergänzung und Konkretisierung der Konzernrichtlinie darstellt, an veränderte Bedingungen angepasst. Sowohl die Konzernrichtlinie als auch die überarbeitete Konzernleitlinie sollen 2015 verabschiedet werden. 
Bei der Arbeitsgestaltung, dem Arbeitsschutz und der gesundheitlichen Betreuung der Mitarbeiter an Auslandsstandorten setzt der Volkswagen Konzern weltweit die gleichen Maßstäbe an. Dabei werden die lokale medizinische Infrastruktur und die jeweiligen gesetzlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Mit konzernweiten Audits wird die Einhaltung der weltweit gültigen Maßstäbe überprüft.

Sensibilisierung und Schulung

Führungskräfte werden im Rahmen der Personalentwicklung dafür sensibilisiert, Zusammenhänge zwischen Führung und Gesundheit der Mitarbeiter stärker zu berücksichtigen. In Seminaren werden Führungskräfte für ein gesunderhaltendes und familienorientiertes Führungsverhalten geschult.
Seit 2009 qualifizieren wir die Sicherheitsbeauftragten der deutschen Volkswagen Standorte zum Arbeitsschutz. Außerdem führt Volkswagen in Deutschland seit Anfang 2012 zum Arbeitsschutz verpflichtende Qualifizierungsmodule für alle angehenden Führungskräfte durch. In Anlehnung daran wurden 2013 die Qualifizierungsbausteine für angehende Meister vereinheitlicht und verpflichtend in die Meister-Basis-Qualifizierung integriert.

Konzern-Arbeitsschutz-Managementsystem 

Auf Basis des 2010 implementierten Konzern-Arbeitsschutz-Managementsystems (KAMS) analysierten die Gesellschaften der Marken Volkswagen Pkw und Volkswagen Nutzfahrzeuge ihre bestehenden Arbeitsschutzorganisationen und -prozesse. Die Ergebnisse stehen in einem zentralen Datenbanksystem konzernweit zur Verfügung. An allen eingebundenen Standorten besteht ein Arbeitsschutzausschuss, der als Organ des betrieblichen Arbeitsschutzes die gesamte Belegschaft vertritt. Zusätzlich verständigten sich alle Beteiligten darauf, ab 2012 alle Volkswagen Standorte weltweit zu auditieren. Das Audit des Konzern-Arbeitsschutz-Managementsystems wurde im Jahr 2014 an den Standorten São Carlos (Brasilien), Curitiba (Brasilien), Pamplona (Spanien) und Pacheco (Argentinien) erfolgreich durchgeführt.

Ausgezeichnete Arbeitssicherheit

Arbeits- und Gesundheitsschutz von Anfang an bei Audi México

Betriebsärztliche Dienste und Notfallmanagement

Die medizinische Betreuung der Mitarbeiter im Volkswagen Konzern erfolgt unter Beachtung der jeweiligen nationalen Rechtsvorschriften und interner Regelungen sowie auf der Basis der Konzernleitlinien zum Gesundheitsschutz und zur Gesundheitsförderung. An allen Standorten ist mindestens eine medizinische Notfallversorgung gewährleistet. An den meisten Konzernstandorten ist eine medizinische Betreuung mit einem verantwortlichen Arzt vorhanden.

Das Programm „Work2Work“ der Volkswagen AG eröffnet leistungsgewandelten Beschäftigten neue berufliche Perspektiven im Unternehmen. Im Bereich Automotive Learnware am Standort Wolfsburg entwickeln und produzieren 39 Mitarbeiter automobiles Lern- und Schulungsmaterial für Handwerkskammern und Berufsschulen.

Maßnahmen zur Rehabilitation

Um die Eingliederung von Mitarbeitern nach einer schweren beziehungsweise längeren Erkrankung frühzeitig und arbeitsplatzbezogen zu unterstützen, bieten wir an vielen Standorten ein besonderes Rehabilitationsprogramm an. Ziel ist es, die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter innerhalb von drei bis maximal sechs Monaten zu stabilisieren oder wiederherzustellen. Je nach Bedarf werden zusätzliche Präventionsangebote in das Programm mit aufgenommen. Beispiele hierfür sind die JobReha (ein- bis dreiwöchige ambulante, teilstationäre oder stationäre Maßnahme mit Schwerpunkt im Bereich der Beschwerden des Bewegungsapparats), das RehaFit-Programm (orthopädische, psychologische Rehabilitation) sowie physiotherapeutische Angebote und ein gezieltes oder allgemeines Aufbautraining in werkeigenen Trainingszentren. Auch die Hilfs- und Betreuungsangebote für Beschäftigte mit psychischen oder psychosomatischen Beeinträchtigungen werden kontinuierlich erweitert.
Das Programm „Work2Work“ der Volkswagen AG eröffnet seit 2001 leistungsgewandelten Beschäftigten neue berufliche Perspektiven im Unternehmen. Dabei werden die vorhandenen Potenziale der Beschäftigten mit den Anforderungen des Arbeitsplatzes so passgenau aufeinander abgestimmt, dass sich trotz Leistungswandlung eine hohe Wertschöpfung erzielen lässt. Rund 1.850 Menschen haben in den vergangenen Jahren das Programm durchlaufen. In rund 95 verschiedenen Tätigkeitsfeldern arbeiten in Wolfsburg über 810 Mitarbeiter an Work2Work-Arbeitsplätzen.
Angelehnt an die drei Prinzipien Eigenverantwortung, Eigeninitiative und Solidarität wird die Erfolgsgeschichte von Work2Work stetig fortgeschrieben und weiterentwickelt. Und dies nicht nur aus einer rein sozialen Verantwortung heraus. Die Studie „Social Return on Investment“, die in Kooperation mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt 2014 durchgeführt wurde, belegt in besonderer Weise, dass Volkswagen mit dem Work2Work-Programm ein betriebswirtschaftliches Konzept für die Integration leistungsgewandelter Mitarbeiter geschaffen hat. Vermiedene betriebliche Kosten in Höhe von 29.000 € pro Jahr und Mitarbeiter und gesellschaftliche Umfänge mit bis zu 65.000 € Einsparungen pro Jahr und Mitarbeiter (wie beispielsweise drohende Erwerbsminderungsrenten, Übergangsgeldzahlungen), qualitative Erträge beim Gesundheitszustand und deutlich positive Effekte bei der Arbeits- und Lebenszufriedenheit sind die wissenschaftlich belegten Erfolge von Work2Work.
Als Beispiel für die Integration von leistungsgewandelten Mitarbeitern dient der Bereich Automotive Learnware am Standort Wolfsburg. Hier entwickeln und produzieren 39 Mitarbeiter automobiles Lern- und Schulungsmaterial für Handwerkskammern und Berufsschulen. Allein 25 leistungsgewandelte Mitarbeiter aus Work2Work arbeiten als inklusiver Bestandteil der Abteilung mit. Mit einem Umsatz von 1,92 Mio. € im Geschäftsjahr 2014 reicht die Produktpalette von Fehler- und Messboxen bis hin zu kompletten oder aufgeschnittenen Schulungsfahrzeugen. Die Learnware wird in fünf Kontinenten und 57 Ländern ausgeliefert.

Angebote für ältere Beschäftigte

Erfolgreiche Wiedereingliederung bei Audi