Menschen

Frauenförderung und Vielfalt

In der Diversität der Belegschaft des Volkswagen Konzerns liegt großes Potenzial. Auf dem Weg zum Top-Arbeitgeber der Automobilbranche aktivieren wir dies, indem wir Frauen gezielt fördern, die Grundlagen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie schaffen und die Vielfalt der Kulturen in unserem Konzern leben.

Freiwillige Selbstverpflichtung

Der Volkswagen Konzern strebt in Deutschland langfristig einen Frauenanteil von 30 % auf allen Hierarchieebenen im Management an. 1989 war die Volkswagen AG das erste deutsche Großunternehmen, das eine Richtlinie zur Förderung von Frauen verabschiedete. 2007 definierte die Volkswagen AG erstmals konkrete Ziele, um den Frauenanteil im Unternehmen zu erhöhen. Im Frühjahr 2011 legten wir im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung differenzierte Ziele zur nachhaltigen Steigerung der Frauenquote vor, darunter:

  • Erhöhung des Anteils weiblicher Auszubildender,
  • Erhöhung des Frauenanteils bei Meistern und Facharbeitern,
  • Erhöhung des Frauenanteils bei der Einstellung von Akademikern und Hochschulabsolventen,
  • Erhöhung des Frauenanteils im Management.

Entsprechende Programme tragen dazu bei, diese Ziele zu realisieren.

Weibliche Talente gewinnen

Der Anteil weiblicher Auszubildender im gewerblich-technischen Bereich lag im Volkswagen Konzern 2014 bei 21,8 %. Um diesen auf 30 % zu erhöhen, werben wir gezielt um weibliche Talente, zum Beispiel mit speziellen Berufserlebnistagen für junge Frauen wie dem bundesweiten Girls’ Day. Mit dem „Niedersachsen-Technikum“ bietet die Marke Volkswagen ein sechsmonatiges Praktikum für Abiturientinnen an, um sie verstärkt für einen technischen Studiengang zu interessieren. 2014 nahmen 26 Abiturientinnen daran teil. Schon frühzeitig gehen wir auch auf weibliche Studierende zu, beispielsweise die Volkswagen AG mit der Veranstaltung „Woman Experience Day“. Der alle zwei Jahre bundesweit ausgeschriebene Förderpreis „Woman DrivING Award“ der Volkswagen AG richtet sich seit 2004 an die besten Ingenieurinnen.

Programme zur Förderung von Frauen

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Programm   Zielgruppe und Inhalte   Gesellschaft  
 
Programme zur Gewinnung weiblicher Talente
Girls’ Day Schülerinnen in Deutschland – praxisnaher Einblick in die Berufe der Automobilbranche Volkswagen AG, Volkswagen Financial Services AG, Volkswagen Sachsen und Osnabrück, AUDI AG, MAN SE, Porsche AG
Niedersachsen-Technikum Abiturientinnen in Deutschland – Praktikum mit technischem Schwerpunkt Volkswagen AG Standorte: Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Hannover, Emden; Volkswagen Osnabrück GmbH
Woman Experience Day Studentinnen und Absolventinnen der Ingenieurwissenschaften und Informatik – Berufseinstieg Volkswagen AG
Woman DrivING Award Förderpreis für Ingenieurinnen in Deutschland Volkswagen AG
Femtec.Network Ingenieurinnen – Rekrutierung Porsche AG
Girls engineering the future Schülerinnen der 10. Klasse mit den Schwerpunkten Naturwissenschaften, Technologie, Ingenieurwissenschaften und Mathematik Bentley
 
Programme zur Entwicklung weiblicher Talente
Meisterinnen-Mentoring-Programm Facharbeiterinnen und Meisterinnen – Förderung und Qualifizierung Volkswagen AG, Volkswagen Sachsen GmbH
Mentoring-Programm-Management Weibliche Führungskräfte – Förderung und Qualifizierung Volkswagen AG, AUDI AG, MAN und andere Tochtergesellschaften
Sie und Audi Weibliche Fach- und Führungskräfte – Förderung und Qualifizierung AUDI AG

Systematische Einstellung von Absolventinnen

Bei der Einstellung von Hochschulabsolventen orientieren wir uns am Anteil der Absolventinnen in den benötigten Fachrichtungen. Dieser Systematik folgend sind derzeit rund 10 % der eingestellten Absolventen der Studiengänge Maschinenbau und Elektrotechnik weiblich, in den Wirtschaftswissenschaften sind es 50 %. Gemittelt über alle für Volkswagen relevanten Studiengänge ergibt sich aus diesen differenzierten Quoten das Ziel, bei der Einstellung von Hochschulabsolventen einen Frauenanteil von 30 % zu erreichen. Der Anteil weiblicher Hochschulabsolventen, die im Berichtsjahr bei der Volkswagen AG eingestellt wurden, lag bei rund 30 %.

Mentoring-Programme für Frauen

Mit 21 Durchgängen und inzwischen fast 400 Teilnehmerinnen ist das „Mentoring-Programm“ der Volkswagen AG ein im Konzern anerkanntes Instrument zur Personalentwicklung von weiblichen Fach- und Führungskräften. 2014 gaben wir den Startschuss für das neue „Mentoring-Programm-Management“, das die ersten 42 Teilnehmerinnen aus den Marken Volkswagen, Audi, MAN und weiteren Tochtergesellschaften auf ihrem Weg ins Management fördert. Das „Meisterinnen-Mentoring-Programm“ der Volkswagen AG folgt dem Ziel, den Anteil der Facharbeiterinnen und Meisterinnen in Deutschland auf 10 % anzuheben. 2014 wurden auf diesem Wege 25 Frauen gefördert.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Neben der Gewinnung und Förderung weiblicher Talente arbeitet der Volkswagen Konzern kontinuierlich an der Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu zählen Rahmenbedingungen wie:

  • ein hohes Maß an Arbeitszeitflexibilität,
  • eine Vielzahl von Teilzeit- und Schichtmodellen,
  • ein qualifizierter Wiedereinstieg nach der Elternzeit,
  • betriebsnahe und betriebseigene Kinderbetreuungsangebote.

Um den Kontakt zu Beschäftigten in Elternzeit zu halten und ihnen einen qualifizierten Wiedereinstieg zu ermöglichen, bietet die Volkswagen AG das Arbeiten in Elternzeit, Elternzeittreffen und Informationsveranstaltungen an, zum Beispiel das Seminar „Familienmanagement und Beruf“ im Werk Wolfsburg. Vergleichbare Angebote gibt es auch bei Audi, Porsche und MAN.

Differenzierte Kinderbetreuungsangebote

Ein weiterer Schritt in Richtung familienfreundliches Unternehmen ist der kontinuierliche Ausbau differenzierter Angebote zur Kinderbetreuung. Gute Erfahrungen wurden im Volkswagen Konzern mit betriebsnahen Lösungen gesammelt: An den Volkswagen Standorten Wolfsburg, Hannover und Emden sind in Zusammenarbeit mit den Kommunen weitere betriebsnahe Kindertagesstätten entstanden. MAN unterhält an seinen Standorten München und Augsburg Betriebskindergärten; das Kinderhaus „Frech Daxe“ der Volkswagen Financial Services AG zählt zu den größten Betriebskindergärten Deutschlands.

Beispiele für Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Pflege und Betreuung Angehöriger

Bei der Pflege und Betreuung naher Angehöriger unterstützt die Volkswagen AG ihre Beschäftigten mit einem breiten Spektrum an Möglichkeiten zur Freistellung. Kurzfristig können sie bis zu zehn Tage von der Arbeit befreit werden, um eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren. Zudem können sie sich bis zu sechs Monate vollständig oder teilweise für die Pflegephase freistellen lassen. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, im Rahmen von Familienpflegezeit bis zu 24 Monate in Teilzeit zu arbeiten, um den Pflegeaufgaben nachkommen zu können. Ein besonders hohes Maß an Flexibilität bietet die Wiedereinstellungszusage: Seit rund 20 Jahren können Mitarbeiter für bis zu acht Jahre ohne Angabe von Gründen aus dem Unternehmen ausscheiden – über diesen Zeitraum ist eine Wiedereinstellung nach dem vorherigen Beschäftigungsverhältnis garantiert. Bei Porsche können die Mitarbeiter seit dem 1. März 2014 Pflegezeit beantragen: Tritt ein akuter Pflegefall in der Familie auf, können sie sich bis zu drei Monate freistellen lassen, erhalten jedoch weiterhin 75 % ihres Bruttomonatsentgeltes. Damit geht Porsche über die gesetzlichen Vorgaben weit hinaus, die keine Bezahlung für diesen Zeitraum vorsehen.

An vielen Standorten der Volkswagen AG, Volkswagen Sachsen GmbH, Volkswagen Osnabrück GmbH, Volkswagen Financial Services AG, Audi und Porsche steht der Belegschaft ein Angebot der Kinderferienbetreuung zur Verfügung.

Hoher Anteil an schwerbehinderten Beschäftigten

Mitarbeitern mit Tätigkeitseinschränkungen oder Behinderungen gilt das besondere Engagement des Unternehmens. Mit einem Anteil von 7,39 % schwerbehinderten Menschen an der Gesamtbelegschaft lag die Volkswagen AG im Jahr 2014 erneut deutlich über der in Deutschland vorgegebenen gesetzlichen Quote von 5 %. 55 % der schwerbehinderten Beschäftigten arbeiten in den Fertigungsbereichen, 45 % im Angestelltenbereich. Über das eigene Unternehmen hinaus leistet Volkswagen einen Beitrag zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen: Allein im Berichtsjahr wurden Aufträge in einem Umfang von über 20,9 Mio. € an Werkstätten für Menschen mit Behinderungen vergeben. Volkswagen trägt ebenso dazu bei, mit Mobilitätshilfen für Menschen mit Behinderungen die Selbstständigkeit und die Unabhängigkeit zu ermöglichen.
Auch international gilt Beschäftigten mit Behinderungen ein besonderes Engagement. Dazu gehören beispielsweise an den ŠKODA Fertigungsstandorten in Tschechien vor allem sechs geschützte Werkstätten für mehr als 200 Menschen mit Behinderungen.

Unterzeichnung der Inklusionsvereinbarung

Im Juli 2014 unterzeichneten Vorstand, Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung die Inklusionsvereinbarung, die für alle Marken und Gesellschaften des Konzerns in Deutschland gilt. Inklusion ist darin als Bestandteil der Unternehmenskultur festgeschrieben und richtet den Fokus nicht auf vermeintliche Defizite, sondern auf die Stärken und Potenziale der Mitarbeiter. Mit der Vereinbarung sollen folgende Ziele verfolgt werden:

  • Menschen mit Behinderung erhalten wertschätzende Aufgaben, in denen sie ihre Stärken und Potenziale optimal einsetzen und ausbauen können und Anerkennung für die von ihnen erbrachte Leistung bekommen.
  • Jungen Menschen mit Behinderung soll eine Ausbildung im Volkswagen Konzern ermöglicht werden. Barrieren im Bewerbungsprozess werden weiter abgebaut.
  • Das Thema Inklusion soll gemeinsam verinnerlicht und im alltäglichen Miteinander als Selbstverständlichkeit umgesetzt werden. Führungskräften kommt hierbei eine besondere Rolle zu. Sie müssen das Umdenken fördern, da nur durch Aufklärung und Erkenntnisse die notwendigen Veränderungen auf den Weg gebracht werden können.
  • Zur nachhaltigen Umsetzung muss Inklusion als Thema in zuständigen Fachausschüssen verankert werden.
  • In gemeinsamen Projekten von Unternehmen und Interessenvertretung sollen Fortschritte bei der Inklusion erreicht werden. Hierbei werden die Beteiligten von Vorstand und Arbeitnehmervertretern unterstützt.

Mit der Umsetzung der Vereinbarung befasst sich eine Arbeitsgruppe mit verschiedenen Handlungsfeldern und Maßnahmen.

Dr. Horst Neumann, Personalvorstand der Volkswagen Aktiengesellschaft, Bernd Osterloh, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats, und Klaus Wenzel, Vorsitzender der Schwerbehindertenvertretung, unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung zur Inklusion.

Chancengleichheit als Prinzip

Volkswagen steht für Respekt, Toleranz und Weltoffenheit. Wir gewährleisten Chancengleichheit und Gleichbehandlung, ungeachtet ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Behinderung, Weltanschauung, Religion, Staatsangehörigkeit, sexueller Ausrichtung, sozialer Herkunft oder politischer Einstellung, soweit diese auf demokratischen Prinzipien und Toleranz gegenüber Andersdenkenden beruht. Die Verhaltensgrundsätze des Volkswagen Konzerns stellen dafür eine konzernweite Richtschnur dar. Jeder Beschäftigte und jedes Organmitglied ist demnach dafür verantwortlich, auf ein partnerschaftliches Miteinander zu achten, und dazu verpflichtet, Verstöße umgehend anzuzeigen. In einem solchen Fall leitet das Unternehmen entsprechende Maßnahmen gegen die für die Diskriminierung verantwortliche Person ein. Die Bandbreite reicht dabei von Abmahnung über Versetzung bis hin zur Kündigung.
Fühlen Beschäftigte sich diskriminiert, können sie sich – neben dem gesetzlich verankerten Beschwerderecht – von geschulten Personen unterstützen und beraten lassen. Auf Initiative des Betriebsrats wurden diese Rechte und Pflichten bereits 1996 nachhaltig in der Betriebsvereinbarung „Partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz“ für alle Beschäftigten und die Standorte der Volkswagen AG verankert. Dieses Regelwerk wurde 2007 neu gefasst und ist Bestandteil der Informationen für jeden neuen Mitarbeiter sowie im Rahmen der Führungskräfteausbildung.