Strategie

Risikomanagement

Der verantwortungsvolle und vorausschauende Umgang mit Risiken wird im Volkswagen Konzern durch ein umfassendes Risikomanagement- und Internes Kontrollsystem (RMS/IKS) unterstützt, das auf dem international anerkannten COSO Enterprise Risk Management-Rahmenwerk (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) basiert. Wir verfolgen einen ganzheitlichen, integrativen Ansatz, der das Risikomanagementsystem, das Interne Kontrollsystem und das Compliance-Managementsystem in einem Managementansatz (Governance, Risk & Compliance-Ansatz) vereint. Damit ist gemäß dem RMS/IKS eine umfassende Abdeckung möglicher Risikobereiche gewährleistet. Zentrales Organ ist der Konzernvorstand, der im Rahmen verschiedener Prozesse über Risiken und Chancen informiert wird. Dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird regelmäßig über die Wirksamkeit des RMS/IKS berichtet.
Unser RMS ist integraler Bestandteil der Aufbau- und Ablauforganisation und eingebettet in die täglichen Geschäftsprozesse des Volkswagen Konzerns. Es folgt dem „Three Lines of Defense“-Ansatz:

  • Die erste Ebene ist originäre Aufgabe der Bereiche, Gesellschaften und Marken. Anhand unterjähriger Berichte liegt dem Vorstand über die dokumentierten Berichtswege auch unterjährig ein Gesamtbild der aktuellen Risikolage vor. Die Mindestanforderungen an das RMS/IKS sind konzernweit in einer einheitlichen Richtlinie festgelegt. Diese umfasst auch einen Prozess zur zeitgerechten Meldung von wesentlichen Risiken.
  • Zweite Ebene ist die Konzernabteilung Governance, Risk & Compliance (GRC). Diese setzt Standards für das RMS/IKS und koordiniert den jährlichen sogenannten GRC-Regelprozess. In diesem Prozess erfolgen seitens der Marken, wesentlicher Gesellschaften sowie einzelner Funktionsbereiche eine Erfassung der Risiken sowie ein Wirksamkeitsnachweis zum RMS/IKS. Auf dieser Basis wird das Gesamtbild der potenziellen Risikolage aktualisiert und die Wirksamkeit des Systems beurteilt. Für wesentliche Risiken, definiert auch anhand von quantitativen und qualitativen Bewertungskriterien sowie einer Eintrittswahrscheinlichkeit, erfolgt eine Berichterstattung an den Konzernvorstand.
  • Dritte Ebene ist die Konzernrevision, die im Rahmen ihrer unabhängigen Prüfungshandlungen auch den Aufbau und die Umsetzung des RMS regelmäßig überprüft.
Die Erwartungen unserer Stakeholder zu kennen, ist eine wichtige Voraussetzung des unternehmerischen Erfolgs.

Wesentliche Risiken

Die größten Risiken – das sind Risiken mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und einem hohen finanziellen Schadensausmaß – können sich ergeben aus einer negativen Absatz- und Marktentwicklung von Fahrzeugen und Originalteilen, einer nicht bedarfsgerechten Produktentwicklung und -entstehung sowie aus potenziellen Qualitätsproblemen.

Zu den Risiken, die sich auf das finanzielle Ergebnis auswirken können, gehören für den Volkswagen Konzern auch allgemeine Umweltrisiken sowie Risiken des Klimawandels. Im Rahmen des RMS werden diese durch die Konzernbereiche und -gesellschaften aufgenommen, bewertet und gesteuert. Zu nennen sind hier beispielhaft folgende Risiken:

  • Wetterextreme, Stürme oder Überschwemmungen, die zu Ausfällen der Informations- und Kommunikationstechnologie, zu Lieferantenausfällen mit Produktionsstillstand oder zu generellen Produktionsausfallzeiten in einem unserer mehr als 100 Produktionsstandorte weltweit führen können.
  • Die unterschiedlichen CO2-Regularien in den großen Volumenmärkten, die mit verschiedenen Sanktionsmechanismen verknüpft sind. Auch Emissionsvorgaben zur Fahrzeugbesteuerung spielen hier eine wesentliche Rolle.
  • Parallel zu den dargestellten Risiken können sich aus der Entwicklung von neuer Antriebstechnologie (Hybrid und Elektro) Vorteile gegenüber den Wettbewerbern ergeben. Diese Technologien fördern angesichts eines breiten Bewusstseinswandels, der auf der Verknappung fossiler Ressourcen und dem steigenden Wunsch nach Umweltschutz basiert, die Vertriebsmöglichkeiten des Konzerns.

Mehr zu wirtschaftlichen, politischen, finanziellen und operativen Risiken: Risiko- und Chancenbericht im Lagebericht. 11