Strategie

Auf das Wesentliche fokussiert.

Wir wollen der erfolgreichste, faszinierendste und nachhaltigste Automobilhersteller der Welt sein. Dieses Ziel haben wir uns für 2018 gesetzt und manches schon erreicht. In einer Welt, die sich immer radikaler wandelt, können Ziele allerdings nur Wegmarken sein, die – kaum erreicht – schon überholt sind. Mit der Digitalisierung steht die Branche, steht der Konzern vor einer neuen Ära, die wir maßgeblich gestalten wollen.

unser ansatz

Nachhaltigkeit bedeutet für den Volkswagen Konzern, dass wir langfristig und verantwortungsvoll wirtschaften und nicht den schnellen Erfolg auf Kosten Anderer suchen. Von unserem Wachstum sollen alle profitieren – unsere Kunden und Investoren, die Gesellschaft und natürlich nicht zuletzt unsere Mitarbeiter. Gute Arbeitsplätze und der sorgsame Umgang mit Umwelt und Ressourcen bieten so die Voraussetzung, dauerhaft Werte zu schaffen. Dies gilt in allen Kontinenten und Regionen sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dies unter den Vorzeichen der Digitalisierung zu überdenken, einzulösen und mit dieser selbst verantwortungsbewusst umzugehen, wird künftig auch die strategischen Fragen unseres Nachhaltigkeitsmanagements prägen.
Um unsere Ziele hier konsequent und fokussiert zu verfolgen, wollen wir uns auf das Wesentliche konzentrieren (siehe „Wesentlichkeitsanalyse“). Denn die Herausforderungen sind immens und reichen von Klimawandel, Ressourcenverfügbarkeit und demografischer Entwicklung über einen tiefgreifenden Wertewandel in der Gesellschaft bis hin zur Digitalisierung, einer rasch fortschreitenden Urbanisierung und einer wachsenden sozialen Ungleichheit.
Als eines der größten Industrieunternehmen weltweit trägt unser Konzern mit zwölf starken Marken eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Wir wollen unsere Gestaltungskraft zum Wohl von Menschen und Umwelt nutzen. Jährlich produziert der Volkswagen Konzern über 10 Mio. Fahrzeuge. Damit verbunden sind positive Effekte wie neue Arbeitsplätze, individuelle Chancen der Teilhabe und regionaler Wohlstand, aber auch Emissionen und Ressourcenverbrauch. Verantwortungsbewusst und effizient zu produzieren und Mobilität so zu gestalten, dass sie so umweltverträglich, sicher und so bequem wie möglich und gleichzeitig für viele Menschen erschwinglich ist, sehen wir deshalb als wichtigste Aufgabe an. Denn individuelle Mobilität bleibt ein menschliches Grundbedürfnis und dessen Erfüllung zentraler Geschäftszweck unseres Konzerns.
Mit zukunftsweisenden Technologien und sozialer Kompetenz leisten wir unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung, die zukünftigen Generationen die gleichen Möglichkeiten bietet, wie sie die heutige hat. Angesichts der Digitalisierung werden sich uns künftig auch in Sachen Nachhaltigkeit und Verantwortung neue Fragen stellen – beispielsweise, wie wir mit den Daten unserer Kunden umgehen, wie wir dafür sorgen, dass sie jederzeit sicher und geschützt sind, und welche juristischen und ethischen Probleme das automatisierte Fahren aufwirft. Das heißt auch, dass wir die Schwerpunkte unserer Aktivitäten teilweise neu überdenken und definieren müssen.

Zwölf Marken mit eigenständigem Charakter und einem gemeinsamen Ziel: Mobilität. Für alle Menschen, überall auf der Welt.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie

Wir wissen, dass Wachstum nur Hand in Hand mit Verantwortung und Umweltschutz möglich ist – ja, mehr noch: In den vergangenen Jahren sind daraus echte Werttreiber erwachsen. Deshalb dient auch alles, was wir im Interesse der Nachhaltigkeit unternehmen, dem Erreichen unserer Konzernziele – flankierend, fördernd und unterstützend. Die Schwerpunkte unserer Nachhaltigkeitsziele und -aktivitäten, die wir konzernweit steuern, setzen wir in den drei Dimensionen Wirtschaft, Menschen, Umwelt, nach denen auch der vorliegende Bericht gegliedert ist. Darin spiegelt sich unser konzernübergreifendes und in allen Regionen der Welt anschlussfähiges Nachhaltigkeitsverständnis ebenso wider wie unsere Überzeugung, dass ein langfristiges, stabiles und an ethischen Maßstäben orientiertes Wirtschaften Voraussetzung ist, umweltorientiert zu handeln und die Zukunft der Menschen im Konzern und in der Gesellschaft verantwortungsbewusst mitzugestalten.
Dies weltweit gleichermaßen zu tun, ist uns mit nahezu 600.000 Mitarbeitern und 118 Produktionsstandorten auf vier Kontinenten ein besonderes Anliegen. Unser Ansatz: Erprobte Konzepte zu übertragen, von Marke zu Marke, von Region zu Region. Wie das funktioniert, zeigen schon heute zahlreiche Beispiele – vom Modularen Querbaukasten über die duale Berufsausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten, die wir in die Regionen tragen, bis hin zu Mobilitätsdienstleistungen, Konzepten der Verkehrssicherheit, der gesellschaftlichen Verantwortung und Biodiversitätsprojekten. Dabei nutzen wir unsere Größe und unser Wachstum in Verantwortung für Mitarbeiter, Umwelt und Gesellschaft.

Management von Herausforderungen und Trends

Auch wenn die großen Herausforderungen bekannt und einschätzbar sind, unterliegen die daraus resultierenden Anforderungen an den Volkswagen Konzern doch einem immer rascheren Wandel und müssen regelmäßig neu bewertet und in der strategischen Planung nachjustiert werden. Innerhalb des Volkswagen Konzerns arbeiten deshalb mehrere Fachbereiche an der Beobachtung gesellschaftlicher Megatrends, der Analyse der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, dem Tracking aufkommender Kundentrends und dem kontinuierlichen Wettbewerbsvergleich. Die Ergebnisse werden in einem Prozess, Planungsrunde genannt, zusammengeführt. So ist gewährleistet, dass die wichtigen Weichen für Produktion, Beschaffung und Vertriebsstrukturen mit einer Perspektive von zehn Jahren gestellt werden. Ein weiteres Instrument, um Herausforderungen und Erwartungen zu erfassen und mit den sich verändernden Rahmenbedingungen umzugehen, ist der Stakeholderdialog, der auf Konzern- sowie auf Markenebene geführt wird (siehe „Stakeholdermanagement“).

Wachstum in Verantwortung für Mitarbeiter, Umwelt und Gesellschaft.

Gespeist aus diesen Beobachtungen und abgeleitet aus den großen Herausforderungen haben wir im Sommer 2014 für den Volkswagen Konzern 16 Themenbereiche identifiziert, in denen wir einen besonderen Beitrag leisten können und müssen – weil unsere Auswirkungen hier signifikant oder unsere Einflussmöglichkeiten besonders hoch sind und wir uns deshalb auch vor besondere Erwartungen gestellt sehen.

Herleitung der Handlungsfelder für unsere Nachhaltigkeitsstrategie


Der Volkswagen Konzern zählt zu den führenden Anbietern von alternativen Antrieben. Das mit einer Stückzahl von 1.354 Ende 2014 bislang meistverkaufte E-Modell ist der e-up!•.

Wesentlichkeitsanalyse

Auf eine detaillierte Analyse, welche Themen für den Volkswagen Konzern wesentlich sind, wirkten 2014 zwei voneinander unabhängige Entwicklungen ein. Insbesondere war dies die Frage nach der Strategie des Konzerns über das Jahr 2018 hinaus, die eine intensive Diskussion angestoßen hat. Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen, die den Geschäftserfolg beeinflussen, werden durch das Risikomanagement (siehe Risikomanagement) erfasst. Diese Erkenntnisse wurden auch in der Bestimmung der wesentlichen Handlungsfelder berücksichtigt. Hinzu kamen die neuen Anforderungen der GRI (GRI G4), die ein größeres Augenmerk auf den Prozess der Wesentlichkeitsanalyse legen. Konkret sind wir bei der Analyse und Identifikation wesentlicher Themen folgendermaßen vorgegangen:

  1. Wir haben aus globalen Herausforderungen 16 zentrale Handlungsfelder abgeleitet, in denen wir Antworten bieten müssen. Dies haben wir auf Basis folgender Quellen getan: Externe Studien, Branchenanalysen und Stakeholderbefragungen unserer Marken sowie interne Leitlinien wie die Strategie 2018, die Konzern-Umweltstrategie oder Schlüsselfaktoren, die im Konzern-Strategiekreis identifiziert wurden.
  2. Um eine zusätzliche Einschätzung der Bedeutung dieser Handlungsfelder für die Gesellschaft zu erlangen, führten wir eine internetgestützte Analyse internationaler Medien für den Zeitraum September 2013 bis August 2014 durch. Diese ergab, dass umweltfreundliche Produkte im Kontext der Automobilbranche und speziell in Verbindung mit dem Volkswagen Konzern das mit Abstand am meisten diskutierte Thema waren, gefolgt von den Themen intelligenter Mobilität, Kundenzufriedenheit und Qualität sowie Beschäftigung. 6
  3. Auf Basis der in den ersten beiden Schritten gewonnenen Einschätzungen wurden die Handlungsfelder in zwei weiteren Schritten diskutiert und definiert. Als zentrale Kriterien galten uns dabei: die Erwartungen der Stakeholder, der potenzielle Beitrag zu den Zielen unserer Konzernstrategie und die Differenz zwischen beiden Kriterien andererseits. Diese Analyse fand zunächst im Group CSR-Meeting mit Verantwortlichen der Marken und Regionen statt und abschließend im Konzern-Steuerkreis CSR & Nachhaltigkeit.
  4. Ergebnis war nach jeweils ausführlichen Diskussionen, dass für den Volkswagen Konzern aufgrund seiner Größe, seiner Einflussmöglichkeiten und der damit verbundenen Verantwortung alle Themen im Kontext der Nachhaltigkeitsaspekte von GRI als „wesentlich“ gelten können und müssen.

Wesentlichkeitsanalyse: Ablauf im Volkswagen Konzern

Wesentliche Handlungsfelder des Volkswagen Konzerns

Die Darstellung der 16 zentralen Handlungsfelder, sortiert nach den drei Dimensionen Wirtschaft, Menschen und Umwelt, soll eine Orientierung bieten, was für uns im Fokus steht, um der weltweit nachhaltigste Automobilhersteller zu werden. Von einer Priorisierung der Handlungsfelder selbst haben wir angesichts unserer breiten internationalen Aufstellung bewusst Abstand genommen. Zum einen können die einzelnen Handlungsfelder je nach Region unterschiedlich relevant sein, zum anderen wollen wir nicht gewichten, ob beispielsweise die Gesundheit von fast 600.000 Beschäftigten weltweit wesentlicher ist als etwa die Ressourcenschonung über den gesamten Lebenszyklus hinweg – oder umgekehrt. Eine nachhaltige Entwicklung, so ist es unser Verständnis, bedeutet, ökonomische, ökologische und soziale Interessen gleichermaßen zu berücksichtigen und stetig auszubalancieren. Demgemäß stehen die 16 konzernweit gültigen Handlungsfelder auch nebeneinander, selbst wenn aktuelle Entwicklungen das ein oder andere Thema kurz- oder mittelfristig stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken. Im Sinne des zukünftigen Geschäftserfolgs ist für uns eine langfristige Orientierung von entscheidender Bedeutung.

Wesentliche Handlungsfelder des Volkswagen Konzerns
GRI
G4-19, G4-20, G4-21

Tabelle ansehen
Handlungsfelder     Zugeordnete GRI-Aspekte   Seitenverweis  
 
Wirtschaft
Stabilität & Rentabilität Wirtschaftliche Leistung 34, 135
Qualität Kundengesundheit und -sicherheit 35, 134
Fahrzeugsicherheit Kundengesundheit und -sicherheit 38 – 39, 135
Kundenzufriedenheit Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen, Schutz der Privatsphäre des Kunden 39, 134
Lieferantenbeziehungen Beschaffung, Bewertung der Lieferanten hinsichtlich ökologischer Aspekte, Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Arbeitspraktiken, Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivvereinbarungen, Kinderarbeit, Zwangs- oder Pflichtarbeit, Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Menschenrechten, Bewertung der Lieferanten hinsichtlich gesellschaftlicher Auswirkungen 42 – 46, 135
Compliance, Risikomanagement, Governance Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Arbeitspraktiken, Beschwerdemechanismen hinsichtlich Arbeitspraktiken, Umweltschutz, Menschenrechtsverletzungen und gesellschaftlicher Auswirkungen, Investitionen, Gleichbehandlung, Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivvereinbarungen, Kinderarbeit, Zwangs- oder Pflichtarbeit, Prüfung, Korruptionsbekämpfung, Wettbewerbswidriges Verhalten, Compliance (Produktverantwortung + Gesellschaft + Umwelt), Werbung, Politik, Sicherheitspraktiken 22 – 23, 46 – 48, 135
 
Menschen
Arbeitgeberattraktivität Beschäftigung, Marktpräsenz 56 – 57, 136
Qualifizierung Aus- und Weiterbildung 57 – 62, 136
Beteiligung Beschäftigung, Gleicher Lohn für Frauen und Männer, Marktpräsenz, Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis 62 – 66, 136
Gesundheit Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz 66 – 69, 136
Vielfalt und Chancengleichheit Vielfalt und Chancengleichheit, Gleichbehandlung 69 – 72, 136
Gesellschaftliche Verantwortung Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen, Lokale Gemeinschaften, Rechte der indigenen Völker 73 – 75, 136
 
Umwelt
Ressourcenschonung über Lebenszyklus Materialien, Energie, Wasser, Emissionen, Abwasser und Abfall, Produkte und Dienstleistungen, Insgesamt 86, 100 – 107, 137
Umweltfreundliche Produkte/Elektrifizierung Energie, Emissionen, Produkte und Dienstleistungen, Insgesamt 86, 94 – 100, 137
Klima- und Umweltschutz Energie, Wasser, Biodiversität, Emissionen, Abwasser und Abfall, Transport, Insgesamt 90 – 93, 106 – 107, 137
Intelligente Mobilität und Vernetzung Produkte und Dienstleistungen, Schutz der Privatsphäre des Kunden 86, 110, 137

Die Ausweitung des Angebots alternativer Antriebe ist integraler Bestandteil der CO2-Vermeidungsstrategie des Volkswagen Konzerns. 01: Golf GTE• (Volkswagen), 02: Panamera S E-Hybrid• (Porsche), 03: Mii Ecofuel• (SEAT), 04: A3 Sportback e-tron• (Audi), 05: Lion‘s City GL CNG (MAN), 06: Caddy Ecofuel• (Volkswagen Nutzfahrzeuge).