Umwelt

Produktplanung und -entwicklung

Die Produktplanung und -entwicklung stellt die Weichen für die maximale Verbrauchs- und Ressourceneffizienz unserer Fahrzeuge. Gemäß unserem Konzernziel sind alle Fahrzeuge und Technologien so zu entwickeln, dass sie ganzheitlich bessere Umwelteigenschaften über den gesamten Lebenszyklus aufweisen als ihre Vorgänger – jede neue Fahrzeuggeneration soll um 10 bis 15 % effizienter sein. Um das zu erreichen, berücksichtigen wir den Umweltschutz bereits im frühestmöglichen Stadium der Produktentstehung. Mit den konzernweit gültigen Umweltgrundsätzen Produkt sind Klimaschutz, Ressourcenschonung und Gesundheitsschutz als zentrale Zielfelder der kontinuierlichen Verbesserung definiert.
Für Produkte der Marke Volkswagen gelten die „Think Blue. Engineering.“-Umweltziele der Technischen Entwicklung (TE), die im Oktober 2014 neu gefasst und um den Punkt „Wettbewerbsüberlegene Verbrauchswerte im jeweiligen Fahrzyklus und im Kundenbetrieb“ erweitert wurden. Ferner hat die Marke ihre Anforderungen für die Innenraumemissionen und Geräuschwerte nochmals verschärft, um den Gesundheitsschutz der Fahrzeuginsassen und Verkehrsteilnehmer zu verbessern. Weitere Marken des Konzerns haben ähnliche ökologische Ziele in ihrer Technischen Entwicklung verankert. 47

Neufahrzeugregistrierungen 2014 in der EU

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Emissionsklassen   Anteil an gesamter Auslieferung für Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge, Audi, SEAT und ŠKODA in % kumuliert  
≤ 95 g CO2/km 3,42 %
≤ 100 g CO2/km 10,42 %
≤ 120 g CO2/km 55,15 %
≤ 130 g CO2/km 67,61 %

„Think Blue. Engineering.“-Awards

Zum zweiten Mal hat die Marke Volkswagen 2014 interne „Think Blue. Engineering.“-Awards verliehen: In den Kategorien Produkt und FE-Betrieb zeichnete die Forschung und Entwicklung fünf ökologisch vorbildlich umgesetzte Projekte aus, die das Unternehmen in den Bereichen Klimaschutz, Ressourcenschonung und Gesundheitsschutz voranbringen. Außerdem wurde ein Preis für persönliches Engagement verliehen. Diese Auszeichnungen führen – analog zum „Think Blue. Factory.“-Pokal im Produktionsbereich – die Tradition des internen Umweltpreises fort und würdigen das ökologische Engagement der Mitarbeiter.


Life Cycle Engineering

Der Begriff „Life Cycle Engineering“ steht für die ökologische Optimierung der Fahrzeuge über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Zunächst werden mittels Umweltbilanzen (Life Cycle Assessments, LCA) die Umweltwirkungen der in Entwicklung befindlichen Fahrzeuge über deren gesamten Lebensweg hinweg untersucht – vom Rohstoffabbau über die Produktion und Nutzung bis hin zur späteren Verwertung. Die Ergebnisse der Umweltbilanzen zeigen, wo Verbesserungen den größten Effekt haben. Unsere Innovationen setzen dann genau an diesen Produkten an. Seit 2013 besteht ein Konzern-Arbeitskreis Life Cycle Engineering, in dem Experten aus den Marken an einheitlichen Leitlinien und Methoden für harmonisierte Umweltbilanzen im Konzern arbeiten und Ergebnisse erfolgreicher Life Cycle Engineering-Projekte austauschen.

Umweltbilanzen und -prädikate

Die Marke Volkswagen beschreibt unter der Bezeichnung Umweltprädikat den ökologischen Fortschritt neuer Fahrzeugmodelle gegenüber dem jeweiligen Vorgängermodell über den gesamten Lebenszyklus. Volkswagen Pkw und Volkswagen Nutzfahrzeuge veröffentlichen Umweltprädikate seit 2007 kontinuierlich für neue Modelle und Technologien. Die detaillierten Analysen wurden von der unabhängigen Prüfungsgesellschaft TÜV Nord zertifiziert. Sie bestätigt damit, dass die Umweltbilanzen auf zuverlässigen Daten beruhen und den Anforderungen der internationalen Umweltbilanz-Normen ISO 14040 und 14044 entsprechen. Auch für den 2014 eingeführten e-Golf hat die Marke Volkswagen ein Umweltprädikat publiziert. Ergebnis: Selbst mit konventionellem Strom hat der e-Golf schon heute eine hervorragende Umweltbilanz. Wenn er mit Ökostrom aufgeladen wird, reduzieren sich die CO2-Emissionen über den Lebenszyklus noch einmal um 50 %. 
Audi erstellt seit 2010 Umweltbilanzen zu neuen Modellbaureihen. Inzwischen liegen solche für den Audi A3, Audi A6 und Audi TT sowie auch für das Audi e-gas project vor (siehe "Antriebs- und Kraftstoffstrategie"). Die Validierung dieser Life Cycle Assessments (LCA) erfolgt über den TÜV Nord. Die jüngste Bilanz erschien im August 2014 für das neue Modell Audi TT Coupé. Ihr Fazit: Über den gesamten Lebenszyklus verursacht das Audi TT Coupé (Modelljahr 2015) 44,5 t CO2. Das sind 11 % weniger als beim Vorgänger. Zur guten Umweltbilanz trägt der Leichtbau bei: Dank eines intelligenten Materialmixes ist das Leergewicht des neuen Modells nochmals um 50 kg geringer. Bei der Nutzung der Fahrzeuge werden dank des geringeren Kraftstoffverbrauchs nicht nur die Emissionen aus dem Fahrbetrieb gesenkt, es muss dadurch natürlich auch weniger Kraftstoff produziert werden, womit wiederum CO2 gespart wird. 48

Emissionsreduktion Fahrzeuge

Neue Modelle der Marken

Der Volkswagen Konzern setzt bewusst nicht auf die eine, sondern mehrere Technologien – und unterscheidet sich mit diesem breiten Ansatz von vielen Wettbewerbern. Zum Technologie- und Entwicklungsportfolio gehören neben der weiteren Verbesserung der Otto- (TSI) und Dieselmotoren (TDI) Erdgasfahrzeuge, reine Elektro- sowie Hybridfahrzeuge mit Batterie und Brennstoffzellentechnik. Dieser umfassende Ansatz unterstützt das Konzernziel, attraktive und bezahlbare Fahrzeuge für unterschiedlichste Anforderungen zu entwickeln: Sie sollen so sparsam wie möglich mit knappen Ressourcen umgehen und zugleich höchsten Fahrkomfort bieten. Volkswagen geht diesen Weg, um das Potenzial aller Antriebsarten zu nutzen. Unser 2012 eingeführter Modularer Querbaukasten (MQB) steht nicht nur in Sachen Effizienz für eine automobile Revolution, sondern auch hinsichtlich der Zukunftstechnologien. Denn unsere Ingenieure schufen mit diesem System die Voraussetzungen dafür, jedes Volumenmodell grundsätzlich und ohne Zusatzaufwand mit jedem möglichen Antriebsstrang ausstatten zu können. So ermöglicht es uns der MQB, in den kommenden Jahren mehr als 40 Modelle zu elektrifizieren.

Effizienzmodelle (TSI und TDI) 2014

Volkswagen: Mit dem neuen Polo TSI BlueMotion, der erste BlueMotion mit TSI- Motor überhaupt, ist es 2014 gelungen, den Kraftstoffverbrauch der TSI-Motoren durch verbessertes Motormanagement nochmals um 0,2 l auf 4,1 l/100 km zu senken, die CO2-Emissionen betragen nur noch 94 g/km. So erreicht der TSI BlueMotion als erster benzinbetriebener Polo die Energieeffizienzklasse A und Bestwerte bei Verbrauch und CO2-Ausstoß in seiner Klasse. Wie alle Polo-Modelle erfüllt auch er die strenge europäische Abgasnorm Euro 6.
Der neue Polo TDI BlueMotion setzt wie seine Vorgänger einen Rekordwert unter den fünfsitzigen Diesel-Pkw: Der neu entwickelte Dreizylinder-TDI verbraucht nur 3,1 l/100 km (das entspricht 82 g CO2/km); gegenüber seinem bereits sehr effizienten Vorgänger sinkt der Verbrauch nochmals um 0,2 l/100 km. Als mögliche Reichweite des Polo TDI BlueMotion ergeben sich damit 1.400 km – eine Strecke von Flensburg (Deutschland) bis Venedig (Italien). Die wegweisenden Verbrauchswerte wurden durch einen modifizierten Unterboden, den geschliffenen Kühlergrilleinsatz sowie aerodynamisch perfektionierte Heck- und Frontspoiler erreicht. Diese senken den Luftwiderstand des Modells, hinzukommen rollwiderstandsoptimierte Reifen.

Audi: Der Fahrdienst des Deutschen Bundestags hat im Juni 2014 seine Flotte um 66 besonders effiziente Limousinen ergänzt: Mit einem CO2-Ausstoß von nur 114 g/km ist der Audi A6 2.0 TDI ultra mit 140 kW eines der verbrauchsärmsten Premium-Automobile seines Segments.

SEAT: Mit dem aktiven Zylindermanagement, das sich in den neuen Leon- und Ibiza-Modellen findet, wird Sparsamkeit mit Leistung vereint. Dabei werden zwei der vier Zylinder bei niedriger bis mittlerer Umdrehung stillgelegt, um die Energieeffizienz zu steigern. Bei höheren Drehzahlen schalten sich die Zylinder wieder dazu, um das volle Potenzial des Motors abzurufen.

Die Vielfalt der Antriebe im MQB


Erdgasbetriebene Modelle 2014

Volkswagen: Der auf dem Markt eingeführte Golf Variant TGI BlueMotion verfügt über einen sparsamen und dennoch dynamischen Erdgasantrieb. Der Vierzylinder-Motor kann sowohl mit Erdgas als auch Benzin fahren und verbraucht mit Direktschaltgetriebe im Erdgasmodus auf 100 km lediglich 3,5 kg Erdgas – bei einem CO2-Ausstoß von lediglich 95 g/km. Im reinen Erdgasbetrieb lässt sich eine Strecke von rund 430 km zurücklegen, durch einen zusätzlichen serienmäßigen Benzintank an Bord ist eine Gesamtreichweite von nahezu 1.400 km möglich.

Audi: Der A3 Sportback g-tron ist das erste CNG-Serienfahrzeug von Audi und fährt auf dem Weg zur CO2-neutralen Langstreckenmobilität weit voraus: Bei Verwendung von Audi e-gas (siehe "Umweltbewusste Nutzung"), das jeder Kunde mittels einer optionalen Tankkarte beziehen kann, wird nur so viel CO2 emittiert, wie bei der Herstellung des Kraftstoffs gebunden wurde. Aber auch die Effizienz des Antriebs ist wegweisend: Mit einem Normverbrauch von 3,2 bis 3,3 kg Gas pro 100 km (je nach Getriebe) und entsprechenden CO2-Emissionen von 88 bis 92 g/km bewegt sich der Audi A3 g-tron in Verbrauchsregionen, die bisher Kleinstwagen vorbehalten waren.

SEAT: Seit September 2015 bietet SEAT den Leon STauch mit Erdgasantrieb an (1.4 TGI). Mit einem Verbrauch im Erdgasbetrieb von 3,5 kg/100 km und einem CO2-Emissionswert von 96 g/km ist er eines der umweltfreundlichsten und wirtschaftlichsten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. In der Produktpalette von SEAT befinden sich zudem der Mii Ecofuel und der mit CNG angetriebene Leon TGI.

Plug-in-Hybridmodelle 2014

Volkswagen: Mit dem 2014 eingeführten Golf GTE präsentierte Volkswagen sein erstes Plug-in-Hybridauto für die Großserie. Das Modell kombiniert einen Elektromotor (bis zu 75 kW) mit einem TSI-Motor (110 kW). Der Durchschnittsverbrauch (NEFZ) liegt bei nur 1,5 l Benzin und 11,4 kWh auf 100 km; das entspricht einer CO2-Emission von lediglich 35 g/km. Der GTE fährt bis zu 50 km rein elektrisch, die Gesamtreichweite beträgt bis zu 940 km.
Den ersten XL1 lieferte Volkswagen im Mai 2014 aus. Gebaut in einer limitierten Serie in Osnabrück (Deutschland), ist er ein Technologie-Leuchtturm der Marke: Mit einem Normverbrauch von 0,9 l/100 km ist der XL1 das erste Ein-Liter-Auto der Welt. Dank seines Plug-in-Hybridsystems kann der Zweisitzer über eine Distanz von bis zu 50 km rein elektrisch und damit lokal emissionsfrei fahren. Das Design Museum London verlieh dem XL1 2014 die Auszeichnung „Design des Jahres“ in der Kategorie „Transport Design“.
Eine Weltpremiere zeigte der Pariser Salon im September 2014: Der Passat GTE ist der erste Plug-in-Hybrid von Volkswagen, der als  Limousine und Variant angeboten wird. Über eine Distanz von bis zu 50 km kann der Passat GTE elektrisch emissionsfrei fahren, die Reichweite mit einer Tank- und Batteriefüllung beträgt über 1.000 km. Der Normverbrauch nach NEFZ liegt bei unter 2,0 l/100 km (weniger als 45 g CO2/km). Im Hybridmodus ist das Auto über 220 Stundenkilometer schnell, im rein elektrischen „E-Mode“ sind es 130 km/h. Auf den Markt kommt der Passat GTE im zweiten Halbjahr 2015.

Audi: Im zweiten Halbjahr 2014 führte Audi mit dem A3 Sportback e-tron sein erstes Plug-in-Hybridmodell in Europa ein. Nach der NEFZ-Norm für Plug-in-Hybridfahrzeuge begnügt sich das Fahrzeug mit 1,5 l/100 km, der CO2-Emissionswert beträgt 35 g/km. Im rein elektrischen Betrieb liegt seine Reichweite bei bis zu 50 km, kombiniert bei mehr als 900 km.

Porsche: Der 2014 vorgestellte Cayenne S E-Hybrid ist der erste Plug-in-Hybrid im Premium-SUV-Segment. Eine kombinierte Leistung von 416 PS (306 kW) und ein Gesamtverbrauch von 3,4 l/100 km führen zu geringen CO2-Emissionen von 79 g/km. Die rein elektrische Reichweite des Cayenne S E-Hybrid liegt je nach Fahrweise und Topografie bei 18 bis 36 km.

E-Mobilitätsinitiative in China

Mit Investitionen in Höhe von über 18 Mrd. € für neue Fahrzeuge, Technologien und Werke sowie der Einführung neuer, umweltfreundlicher Modelle startet der Volkswagen Konzern die größte Initiative für E-Mobilität in Chinas automobiler Geschichte. Während der Porsche Panamera S E-Hybrid bereits im Markt ist, wird die Flotte von hocheffizienten und innovativen Fahrzeugen 2015 um den Audi A3 e-tron und den Golf GTE ergänzt. Ab 2016 folgen dann zwei Modelle speziell für China: Der Audi A6 und eine neue Mittelklasse-Limousine der Marke Volkswagen – beide als Plug-in-Hybrid gemeinsam entwickelt und lokal produziert mit den Joint-Venture-Partnern FAW-Volkswagen und Shanghai Volkswagen. Durch die Implementierung der Modularen Baukästen in den chinesischen Werken wird der Konzern zukünftig in der Lage sein, jedes Fahrzeug der Modellpalette zu elektrifizieren: vom Kleinwagen bis zur großen Limousine, vom reinen E-Fahrzeug bis zum Plug-in-Hybrid.


Der SEAT Leon ST ist eines der umweltfreundlichsten und wirtschaftlichsten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Der Cayenne S E-Hybrid ist der erste Plug-in-Hybrid im Premium-SUV-Segment.

Elektrofahrzeuge 2014

Volkswagen: 2014 startete die Markteinführung des e-Golf in Europa, Asien und Nordamerika. Der e-Golf kommt bei einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 12,7 kWh/100 km mit einer Batterieladung auf eine Reichweite von bis zu 190 km. Mit Ökostrom betrieben (etwa „BluePower“, siehe "Umweltbewusste Nutzung") fährt das Fahrzeug CO2-neutral.
Für den e-Golf liegt ein vom TÜV Nord zertifiziertes Umweltprädikat vor. Drei intuitiv nutzbare Fahrmodi („Normal“, „Eco“, „Eco+“) und vier ebenso einfach aktivierbare Rekuperationsstufen unterstützen den Fahrer, die maximale Reichweite zu erreichen. Zu den Funktionen gehört auch die App „Volkswagen Car-Net-e-Remote“, um via Smartphone das Laden der Batterien zu starten, die Standheizung oder -kühlung während des Ladens zu aktivieren oder Fahrzeugdaten abzufragen.
Bei der weltweit größten Elektrofahrzeug-Rallye „World Advanced Vehicle Expedition“ (WAVE) im Frühjahr 2014 konnte der e-Golf auf den zum Teil über 200 km langen Etappen von Stuttgart nach Luzern punkten und erreichte den ersten Platz in der Hauptkategorie „Popular Wave“. Bei der Silvretta Elektroauto-Rallye Anfang Juli 2014 bewies das Fahrzeug seine volle Alltagstauglichkeit in herausforderndem Gelände und sicherte sich abermals den Gesamtsieg. Schließlich erhielt der e-Golf im Oktober 2014 den Bayerischen Staatspreis für Elektro- und Hybrid-Mobilität „eCarTec-Award 2014“.

Im Studienfahrzeug Golf Variant HyMotion dient der Brennstoffzelle Wasser- und Sauerstoff als Treibstoff.

Der Modulare Querbaukasten ermöglicht, alle relevanten Antriebssysteme zu integrieren – von konventionell bis zur Brennstoffzelle.

Mit dem e-Golf schließt Volkswagen als erster Automobilhersteller der Welt einen Kreis, der – innerhalb einer Baureihe – alle heute relevanten Antriebssysteme beinhaltet. Ermöglicht wird diese im Branchenvergleich sehr hohe Flexibilität in der Produktion durch den Modularen Querbaukasten (MQB). Unsere Strategie: Wie der rein elektrisch betriebene e-Golf oder der mit einem Plug-in-Hybridantrieb ausgestattete Golf GTE können auch zukünftig, wenn der Markt es verlangt, die Brennstoffzellenantriebe in ein alltagstaugliches und preislich interessantes Serienmodell integriert werden.

Modelle mit Brennstoffzelle

Einen weiteren großen Schritt in Richtung CO2-freie Mobilität geht die Marke Volkswagen mit dem Studienfahrzeug Golf Variant HyMotion, das die Besucher der Los Angeles Auto Show im November 2014 erstmals sehen und fahren konnten. Als Treibstoff verschmelzen in der Brennstoffzelle Wasserstoff (H2) und Sauerstoff zu reinem Wasser. Diese „kalte“ Verbrennung liefert die Antriebsenergie für einen emissionsfrei rotierenden Elektromotor. Vier im Unterboden platzierte Kohlefasertanks speichern den Wasserstoff sicher. Möglich ist eine Reichweite von 500 km, aufgetankt ist der Golf Variant HyMotion in nur drei Minuten.
Mit diesem Studienfahrzeug zeigt die Marke Volkswagen erstmals, dass sich auch die Wasserstoff-Brennstoffzelle auf Basis des MQB umsetzen lässt – sobald die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten abgeschlossen sind und eine für Neuwagenkäufer preislich akzeptable Lösung realisiert sein wird. Das heißt: Vor einer Markteinführung ist zunächst eine H2-Infrastruktur flächendeckend aufzubauen (Wasserstoffproduktion und -tankstellen). Außerdem macht Wasserstoff als Antriebsenergie ökologisch nur dann Sinn, wenn die Primärenergie zu seiner Herstellung regenerativ gewonnen wird.

Nutzfahrzeuge 2014

Volkswagen Nutzfahrzeuge: Im Rahmen eines zwölfmonatigen Flottenversuchs testet die Leibniz Universität Hannover seit Oktober 2014 sechs elektrisch angetriebene Caddy von Volkswagen Nutzfahrzeuge für Kleintransporte. Dabei werden Daten wie die tägliche Laufleistung, der Energieverbrauch, die Lebensdauer und Kapazität der Batteriezellen gesammelt und von Volkswagen ausgewertet – wir erwarten wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von gewerblich genutzten E-Fahrzeugen. Der e-Caddy erlaubt eine Reichweite von bis zu 136 km – mehr als ein innerstädtisch eingesetzter Lieferwagen durchschnittlich täglich fährt. Insgesamt hatte Volkswagen Nutzfahrzeuge 40 e-Caddy in verschiedenen Flottenversuchen Ende 2014 im Einsatz.

MAN: Bei erdgasbetriebenen Bussen ist MAN in Europa Marktführer. Der Gelenkbus MAN Lion’s City GL CNG erhielt 2014 den Titel „Bus des Jahres 2015“ beim Bus Euro Test. Mit seinem CNG-Antrieb (Euro 6) ist dieses Modell eine sehr schadstoffarme, klimafreundliche Lösung für die Herausforderungen des Stadtverkehrs. Mit Biogas betankt fährt der Bus nahezu CO2-neutral.
Hybridantriebe werden in naher Zukunft auch in Nutzfahrzeugen in allen Anwendungsbereichen als Teil des Antriebskonzepts von MAN angeboten. Entsprechend den sehr unterschiedlichen Anforderungen für Busse und Lkw in der Stadt, im Fernverkehr oder in Spezialfahrzeugen sind allerdings unterschiedliche Hybridkonzepte erforderlich. Mit dem TGX Hybrid stellte MAN auf der Fachmesse IAA Nutzfahrzeuge im September 2014 ein Konzept-Hybridfahrzeug mit einem dieselelektrischen Parallelhybrid für den Fernverkehr vor; der Dieselmotor ist hier die Hauptantriebsquelle. Der Hybridantrieb ermöglicht es, Bremsenergie zurückzugewinnen, zu speichern und erneut zu nutzen. Auf Fernstrecken werden die meisten Transportkilometer gefahren, sodass von Hybridanwendungen der größte Beitrag zur CO2-Reduzierung zu erwarten ist.

Scania: „Green Truck 2014“ ist die Sattelzugmaschine Scania G 410 Euro 6 – nach Überzeugung der Fachmagazine „VerkehrsRundschau“ und „TRUCKER“ das umweltfreundlichste Nutzfahrzeug seiner Klasse. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 23,3 l Diesel je 100 km und CO2-Emissionen von 734 g/km liegt die Sattelzugmaschine mit großem Abstand auf dem ersten Platz der Umweltrangliste der genannten Magazine.

CO2-Emissionen – Status Quo Anzahl Fahrzeuge

Marktdurchdringung der Eco-/Effizienzmodelle EU28

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Marke   Modell   Absatz Eco-/­Effizienzmodelle 2014 EU-28 1   Gesamtabsatz 2014 EU-28 1  
Volkswagen Pkw VWP BlueMotion 23.361
+ BlueMotion Technology 902.419
Blue TDI Modelle 6.479
Ecofuel Modelle (CNG) 22.336
MultiFuel Modelle (E85) 1.893
BiFuel Modelle (LPG)
BEV 3.902
Hybrid 1.821
Summe Eco-/Effizienzmodelle 962.211 1.479.944
Volkswagen Nutzfahrzeuge VWN BlueMotion 2.364
+ BlueMotion Technology 76.846
CNG 3.507
LPG 359
Summe Eco-/Effizienzmodelle 83.076 293.079
Audi e-Modelle 9.647
ultra-Modelle 67.401
Clean Diesel (EU6) 159.600
davon ultra 19.183
FlexFuel (E85) 304
CNG Modelle 5.926
Hybrid 1.765
Start-Stop 687.343
davon e-, ultra-, CD, E85, CNG 223.695
Summe Eco-/Effizienzmodelle 689.108 698.240
ŠKODA ŠKODA Greenline 20.221
+ Green tec Pakete 40.551
CNG Modelle 4.449
Summe Eco-/Effizienzmodelle 65.221 551.906
SEAT SEAT e-ecomotive 17.141
+ ecomotive Pakete 166.843
LPG Modelle 148
CNG Modelle 3.926
Summe Eco-/Effizienzmodelle 188.058 317.953
Volkswagen Konzern Gesamtsumme 3.341.122

1 Baltikum, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, W-Europ-R.

CO2-Grenzwerte für Lkw und Busse

Nach der bereits verabschiedeten CO2-Gesetzgebung für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge hat die Europäische Kommission im Mai 2014 ihre Strategie zur Reduktion der CO2-Emissionen von Lkw und Bussen vorgestellt – mit dem Ziel, den CO2-Ausstoß der gesamten EU-Lkw-Flotte differenziert nach Fahrzeugklassen und Fahrzyklen möglichst realitätsnah darstellen zu können. Bevor die EU sich festlegt, sollte eine Folgeabschätzung durchgeführt werden, um die kosteneffizienteste Lösung zu finden. Maximal zulässige CO2-Grenzwerte wie bei Pkw und Kleintransportern sind angesichts der enormen Variantenvielfalt und mehrstufiger Fertigungsprozesse für schwere Nutzfahrzeuge kein allgemeingültiges Mittel. Gemeinsam mit Wettbewerbern plädieren wir für einen Ansatz, der das Gesamtfahrzeug – einschließlich diverser Anhänger und Aufbauten – erfasst und öffentlich zertifiziert. Damit würde die CO2-Reduktion zur ganzheitlichen Aufgabe von Herstellern, Spediteuren und Politik. Während von staatlicher Seite hierfür der Ausbau der Infrastruktur notwendig und eine intelligentere Steuerung der Logistikprozesse durch die Spediteure zu realisieren wäre, wollen wir als Hersteller unter anderem in verbesserte Abgassysteme und neue Motoren investieren.


Die Sattelzugmaschine Scania G 410 Euro 6 ist das umweltfreundlichste Nutzfahrzeug seiner Klasse.